Druckversion schließen

Vor- und Frühgeschichte



Vor- und Frühgeschichte

Frühmittelalterliches Gräberfeld
Frühmittelalterliches Gräberfeld, entdeckt bei Ausgrabungen 1992. Die Grubenfüllungen heben sich vom hellen Kiesuntergrund ab.

Die erste Spur menschlicher Besiedlung bei Pforzen war der Fund einer Feuersteinspitze aus der mittleren Steinzeit (ca. 8.000 - 5.500 v. Chr.) die in Leinau geborgen wurde. Der Fund erlaubt jedoch keine Aussage darüber wo und in welcher Weise zu diesem Zeitpunkt Menschen hier siedelten und lebten. Aussagekräftige Funde fehlen auch für die darauf folgenden Perioden der Jungsteinzeit (ca. 5500 bis 2200 v. Chr., mit den ersten Anfängen von Ackerbau und Viehzucht) und der Bronze- und Urnenfeldzeit ca. 2200 bis 800 v. Chr.).

Erst mit der frühen Eisen- bzw. Hallstattzeit (ca. 800 - 500 v. Chr.) die mit dem Namen der Kelten verbunden ist, zeichnen sich Konturen einer dauerhaften Besiedlung ab. Es sind vornehmlich Begräbnisstätten die eine Vorstellung von den Lebensumständen der damaligen Menschen in unserer Flur vermitteln. Am nordöstlichen Ortsrand in der Flur "Lohmähder" wurde bereits im vorletzten Jahrhundert ein großes hallstattzeitliches Gräberfeld mit 143 Grabhügeln entdeckt.

In der Pforzener Flur "Zeller Feld" stieß man 1989 beim Bau der Kläranlage auf ein römisches Gebäude, das bei den Aushubarbeiten jedoch vollkommen zerstört wurde. Es war wohl Teil eines römischen Gutshofes, da bereits 1981 unweit dieser Fundstelle Teile einer Marmorsäule als Bestand eines dazugehörigen Herrenhauses gefunden wurden.

Zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der jüngsten Vergangenheit gehört das am nordöstlichen Ortsrand gelegene große frühmittelalterliche Gräberfeld aus dem 5. Jahrhundert. Mit den bis heute 442 untersuchten Bestattungen zählt der Friedhof zu den größten bisher bekannten Fundstellen in Südbayern. Die beachtliche Gräberzahl lässt auf größere Siedlungen der Alemannen und Franken schließen und kann als frühmittelalterlicher Vorläufer des heutigen Ortes gelten.