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Ingenried



Ingenried

Bild: Renovierte Sebastianskapelle
Renovierte Sebastianskapelle
Bild: Skulptur bei Tag
Skulptur bei Tag
Bild: Eisbach nach Umbau
Eisbach nach Umbau
Bild: Ingenrieder Weiher
Ingenrieder Weiher

Ingenried das im Rahmen der bayerischen Gebietsreform am 1. Juli 1971 in die Gemeinde Pforzen eingegliedert wurde, liegt an der B16 in einem Talraum auf einer Hochebene westlich der Wertach. Im Pforzener Gemeindewappen wird nun auf  Ingenried und seine Sebastianskapelle mit einem roten Pfeil als Attribut des heiligen Sebastian hinweisen.

Ingenried hat derzeit 282 Einwohner, 13 landwirtschaftliche Betriebe, handwerkliche Gewerbebetriebe und eine Gaststätte.

Ingenrieder Vereine und Verbände:
Musikverein seit 1873
Freiwillige Feuerwehr seit 1876
Veteranen und Soldatenverein seit 1921
Gartenbauverein seit 1912
Pfarrgemeinderat seit 1971
Heimat und Kultur seit 2002
Kirchenchor, Kirchenverwaltung, Jagdgenossenschaft und die Waldrechtler Ingenried.

Nach der ab 1985/91 erfolgreich durchgeführten Dorferneuerung mit einem aktivem ehrenamtlichem Arrangement der ganzen Bürgerschaft ( mindestens 50 private und  91 öffentliche Maßnahmen, auch Wasserleitung und Abwasserkanal wurden erneuert, 2004 an die Verbandskläranlage in Pforzen angeschlossen) wurde Ingenried im Jahr 2005  Kreissieger „Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden“. Ein weiterer großer Erfolg war 2006; Ingenried wird der Titel „Schwäbischer Bezirkssieger“ zugesprochen, und durfte Schwaben 2007 zusammen mit der Gemeinde Ehingen beim Landesentscheid vertreten. Beide bekamen eine Bronzeauszeichnung.

Der Name Ingenried taucht erstmals 1263 als Besitz der Markgrafen von Ronsberg auf. Die Gründung wird jedoch, dem Ortsnamen abgeleitet, in die Zeit der Landnahme und Rodung der Alemannen in das 9. oder 10. Jahrhundert fallen. Die Edlen von Ratzenried bauten hier ihren Herrenhof. Um 1182, zur Zeit der Gründung des Kloster Irsee, war Dorf und Flur Königsbesitz, dessen Verwaltung dem Markgrafen von Ronsberg übertragen war. Ingenried kommt in den Besitz der Herren von Großkemnat, die 1315 alle Rechte auf Kirche, Pfarrpfründe und Widdumhof dem Kloster Irsee schenkten. Die Gerichtsbarkeit erhielt das Kloster in den Jahren 1480 und 1692. Ingenried gehörte zum Klosterherrschaftsgebiet Irsee bis zur  Klosteraufhebung am 26. August 1802. Noch vorher entlässt der letzte Abt von Irsee die 21 Ingenrieder Lehnensleute aus der Leibeigenschaft und gibt ihnen aus dem noch nicht verstaatlichten Klosterbesitz, Grundbesitz an Wiesen und Feldern.  Nach den Liquidation Verhandlungen 1832 wurden die Waldungen als Gemeindeeigentum  mit dem Nutzungsrecht der Waldrechtler unter staatliche Aufsicht gestellt. Am 30.11.1802 werden die Ingenrieder auf den neuen Landesherren den Kurfürst Maximilian (ab 1806 König) verpflichtet. Nach Enthebung der klösterlichen Jagdfronpflichten, wird der Gemeinde am 3.5.1829 die Jagdpacht zugelassen. Am 24.1.1849 stimmten die Ingenrieder u. Irpisdorfer darüber ab, dass beide Jagdreviere, mit gesamt 2562 Tagwerk, miteinander verpachtet werden sollen. Der erste Pächter ab 1850 bis 1856 war, nach Versteigerung an den Meist bietenden, Nepomuk Höfelmayr aus Kaufbeuren, zu jährlich 16 fl ,Gulden, (Etwa der Kaufwert von drei Kühen).  Ab 1856 bis 1865 wurden Georg Moritz Schäfer, Kaufmann von Kaufbeuren, für einen jährlich Jagdschilling von 28 fl 30 Heller, zusammen mit dem Pforzener Kalkbrenner Franz Josef Ostenried, Jagdpächter. Die Gemeinde verpachtet 1851 den Fischweiher für 3 Jahre zu gesamt 78 fl. Die Gemeinde nimmt sich das Recht heraus, bei Feuer Löschwasser zu entnehmen. Westlich vom Weiher, bei der Flur „Breite“ ist im Jahr 1740 eine Dörrhütte, zur  Bearbeitung des in Ingenried angebauten Flachs, für die  Garnherstellung erwähnt.

Die Pfarrkirche, dem hl. Laurentius geweiht, wird 1314 erstmals urkundlich erwähnt. Dem Baustil nach wohl vor 1250 erbaut. 1923 wurde die Kirche nach Westen, wo sich bisher der Eingang befand, um etwa 150 qm  vergrößert. Zwei Eingänge wurden nun eingebaut, im Süden und der im Norden für die Verbindung zu dem dort angelegten „Irpisdorfer“ Friedhof, für den 1809 nach Ingenried eingepfarrten Weiler Irpisdorf. Die Kapelle St.Sebastian (1757 erbaut) bleibt im Gemeindebesitz.

Schule wurde bislang im Hirtenhaus gehalten, 1832 kauft die Gemeinde ein Wohnhaus und baut es zu einem Schulhaus mit Lehrerwohnung aus. In den Anbau kam das Spritzenhaus für die  1872 gekaufte Löschmaschine. (Heute Vereinsheim - „Alte Schule“)

In der Nachkriegszeit waren in Ingenried sehr viel Heimatvertriebene, vor allem Sudetendeutsche, einquartiert. Als Beispiel im Jahr 1948, hatte Ingenried 275 Einwohner und 197 Vertriebene. Ab 2.3.1967 gehört Ingenried dem neu gegründeten Schulverband Pforzen an. Wasserleitungsbau 1887, elektrische Leitung 1910, Abwasserkanal ab 1929/38. 1972 wird ein neues Leichenhaus fertiggestellt und im gleichen Jahr eine neue Straßenbenennung sowie neue Hausnummern vergeben.    Bei der Volkszählung 1975 hatte Ingenried 252 Einwohner und 74 Haushalte.

 

Zusätzliche Informationen aus heutiger oder früherer Zeit finden Sie hier: