Hammerschiede



Hammerschiede

Bild: E-Werk Hammerschmiede
E-Werk Hammerschmiede
Bild: Landgasthof Hammerschmiede
Landgasthof Hammerschmiede

Der Ortsteil Hammerschmiede ist geprägt durch die Firma Fleschhut GmbH & Co. KG. Der schon vor Jahrhunderten bestehende Betrieb war früher eine Hammerschmiede, woher auch die Ortsbezeichnung abgeleitet wird. Der Gründer des heutigen Unternehmens war Herr Josef Fleschhut, der Urgroßvater der jetzigen Generation. Er erwarb um das Jahr 1892 die alte Säge in der Hammerschmiede und baute im Jahr 1897 eine Ziegelei auf, die nach einem Brand 1911 wieder neu errichtet wurde. In der Ziegelei wurden Dachplatten und Maurerziegel hergestellt. Obwohl im Jahr 1976 das Werk automatisiert und 1981 ein Sumpfhaus zur Lagerung von Ton gebaut wurde, konnte man der damaligen Wirtschaftslage nicht entgegenkommen, und so erfolgte im Herbst 1984 der Ziegelei. Das Tonvorkommen in der Hammerschmiede wird seitdem für Feuchtbiotope, Quellwasserfassungen sowie für Abdichtungen von Deponien verwendet. Die Säge brannte Anfang des Jahrhunderts ab und wurde 1907 neu erbaut. Hier befinden sich heute noch die voll funktionstüchtigen alten Gatter, Streifsägen und Hobelbank, die nur noch für den Eigengebrauch genutzt werden. Anstelle der Wasserräder der alten Säge wurde 1907 eine Wasserturbine eingebaut und damit der Grundstein für das Elektrizitätswerk Hammerschmiede gelegt. Da bereits damals die Gemeinden Pforzen und auch Irsee mit Strom versorgt wurden, war 1910 der Einbau einer zweiten Turbine und 1911 die Aufstellung eines Dieselaggregates notwendig. Im Jahr 1923 wurde die  1907 eingebaute Turbine durch eine größere ersetzt.

Um die Stromversorgung für das Versorgungsnetz sicherzustellen, wurde 1929 ein Kraftwerk in Stockheim gebaut, das 1953 als Flusskraftwerk an die Wertach verlegt wurde. 1979 übernahmen die Lech-Elektrizitätswerke Augsburg dieses Leitungsnetz. Das Flusskraftwerk Stockheim wurde 1985 veräußert.

Das E-Werk-Hammerschmiede wurde 1993 grundlegend saniert und modernisiert. Die Wasserturbinen von 1910 und 1923 wurden durch eine neue Rohrturbine ersetzt, die alten Maschinen an ihren Standorten belassen, als Zeugnis der Geschichte. Der in der Hammerschmiede erzeugte Strom wird nach Abzug des Eigenverbrauchs in das Leitungsnetz der LEW eingespeist.

Bis Anfang der 70er Jahre bestand neben dem Gasthaus eine Landwirtschaft. Das alte Gasthaus wurde 1980 abgerissen und an seiner Stelle der Landgasthof Hammerschmiede mit Saal und Kegelbahnen erbaut. Auf dem Grundstück der früheren Ziegelei wurde 1989 eine Gewerbehalle gebaut. Seit 1992 wird das ehemalige Sumpfhaus der alten Ziegelei nach einem Umbau als Badminton-Sportanlage genutzt.

Im Jahr 2006 wurde die Hammerschmiede an die Verbandskläranlage angeschlossen und die Wasserleitungen wurden erneuert.