Kapelle St. Sebastian



Kapelle St. Sebastian

Katholische Kapelle St. Sebastian in Ingenried

Die Kapelle "St. Sebastian" ist seit 1805 im Besitz der Gemeinde Ingenried - heute Gemeinde Pforzen. In Zusammenarbeit mit der Dorferneuerung wurden die dringend notwendigen Renovierungen, die hauptsächlich der Sicherung der Bausubstanz dienten vorgenommen. Weiterhin wurde der gesamte Innenraum renoviert, außen eine neue Holzverkleidung angebracht un der Bereich um die Kapelle neu angepflanzt. Des Weiteren wurde die Kanzel und -treppe wieder hergestellt und restauriert, die Restaurierung der Altäre und Figuren vorgenommen und die Bruderschaftsstangen wurden ebenso wieder hergestellt.

 

B a u g e s c h i c h t e:

Anstelle iner 1650 erichteten Holzkapelle wird 1705 ein Rundbau aus Stein aufgeführt, jedoch shcon 1753 als baufällig abegetragen. Daraufhin erstellt der Mauerermeister Andreas Baumann von Romatsried den bestehenden, 1757 geweihten Bau. Die empore ist nachträglich, jedoch noch im 18. Jh. eingefügt. Erneuerungen 1854/58 und 1903/04.

B a u b e s c h r e i b u n g:

Am südlichen Ortsausgang gelegen. Eingezogener Chor zu einer Achse mit halbrundem Schluß. Stichkappengewölbe. Vorlagengliederung. Gedrückter Chorbogen. Langhaus zu vier Achsen, die westliche Achse ohne Fenster. Flachtonne mit Stichkappen, Gliederung durch flache Vorlagenpaare. Sämtliche Fenster mit eingezogenen Rundbogen. Im Westabschnitt einfache Empore, der Raum darunter als Vorraum abgemauert. Nach dem Schiff stichbogige Tür mit Flügeln aus Eichenholz, mit Kröpfrahmen und Laubwerkbeschlägen, und zwei Rundfenstern, das stichbogige Außenportal mit modernen Flügeln, in den Seitenwänden je ein querovales Fenster. Als Emporenaufgang vom Langhaus aus Wendeltreppe mit balusterförmig ausgesägten Brettern.

- Außenbau: Chor ungegliedert, an den sietenwänden des Langhauswes Vorlagen, in der westlichen Achse, auf beiden Seiten ein zugesetztes Fenster.

- Dachreiter über der Westfassade mit vierseitigem Sockelgeschoß und hohem, oktogonalem Hauptgeschoß. Darin nach Osten, Süden und Norden Schallfenster mit geradem Sturz, darüber querovale Fensterchen. Mit Kupferblech beschlagene, geschwungene Kuppel.

- Eingeschossige Sakristei mit Walmdach im südlichen Chorwinkel, Eckpilaster, nach Süden ein Rechteckfenster. Innen: Flachdecke.

D e c k e n g e m ä l d e:

Im Chor: 1. Verklärung des hl. Sebastian von Franz Xaver Bernhardt 1757.
Im Langhaus: 2. Im Hauptfeld Marienkrönung, 1884. 3.-8. In den sechs Gewölbezwickeln gemalte Rocaillekartuschen mit Allegorien in gelb-brauner- Tonmalerei, von Franz Xaver Bernhardt 1757, 1903 stark erneuert.

H o c h a l t a r:

Marmorierter Holzaufbau mit vergoldetem Rocailledekor um 1757. Sarkophagförmige Mensa. Kleiner, von Voluten flankierter  Tabernakel. Zwischen Pilastern und je einer Vollsäule die farbig gefaßte und von hinten durch das Chorfenster beleuchtete Holzfigur des hl. Sebastian, Anfang 18. Jh., umgeben von Glorienschnitzerei. Seitlich weiß und golden gefaßte Figuren der. Hl. Benedikt und Scholastika. Das Aufzugsbild - der hl. maurus- von Voluten mit Putten flankiert.

Zwei S e i t e n a l t ä r e:

Marmorierte Holzaufbauten mit vergoldetem Rocailledekor um 1757. Die Mensen geschweift. In den Sockelzonen Nischen mit kleinen, farbig gefaßten Holzfiguren - links: schmerzhafte Muttergottes, rechts: Christus im Kerker, beide um 1700. Aufbauten mit tiefen Figurennischen zwischen Volutenvorlagen, darin farbig gefaßte Holzfiguren - links: hl. Georg, rechts: hl. Florian, beide um 1700. Die Aufzugsbilder: links: hl. Leonhard, rechts: hl. Magnus von Voluten mit Putten flankiert.

K o m m u n i o n b a n k:

Um 1757, die übereck gestellten Baluster mit reicher Rocailleschnitzerei. (Fehlt)

K a n z e l:

Um 1757 aus marmoriertem Holz mit sparsamem, vergoldeten Rocailledekor. Geschweiftes Unterteil. Der konkav-konvex geschwungene Korb mit originellem Aufriß: das untere Drittel ein kröftiger Wulst, der obere Teil dagegen kelchförmig ausgezogen. Statt eines Schalldeckels ein geschwungenes Gesims mit Volutenaufsatz, an der Rückwand eine kleine Sebastiansfigur wohl noch aus der ersten Hälfte des 18. Jh. Als Bekrönung das Auge Gottes in der Glorie.

L a i e n g e s t ü h l:

Zwei Freihen, die geschwungenen Eichenholzwangen mit schlichter Blatt- und Bandelwerkschnitzerei um 1720/30.

H o l z f i g u r e n:

Gefaßt. 1.-3. Zwei Büsten von männlichen Heiligen, um 1700, in den Sockeln Reliquiare.

Zwölf B r u d e r s c h a f t s s t a n g e n:

17./18. Jh., die Blechschilder mit den Pfeilen des hl. Sebastian. (Fehlen)

 

Übersicht Daten Kapelle St. Sebastian