Irpisdorf



Irpisdorf

Kapelle St. Joachim und Anna
1902 erbaute Käsküche

Irpisdorf ist der zweitkleinste Gemeindeteil der Gemeinde Pforzen, und hat derzeit 47 Einwohner. Die 5 landwirtschaftlichen Betriebe prägen den Charakter des Weilers, der zusammen mit Ingenried am 1.7.1971 nach Pforzen eingemeindet wurde. Vereinsmäßig ist Irpisdorf erfolgreich nach Ingenried orientiert.

Irpisdorf wird 1239 erstmals in der Bulle (päpstlicher Erlass) des Papstes Gregor IX. urkundlich erwähnt. Kirchlich gehörte es zur Pfarrei Baisweil. Sämtliche verstorbenen Irpisdorfer wurden in Baisweil beerdigt. Die Kinder mussten, den vor allen im Winter, beschwerlichen Weg zur Pfarrschule gehen. Der lang gehegte Wunsch, und  nach Gesuchen der Irpisdorfer wurden sie 1809 nach Ingenried umgepfarrt.  Herrschaftlich wurden sie früh dem Kloster Irsee angehörig. Bereits 1182 hat Markgraf Heinrich von Ronsberg einige seiner in Irpisdorf gehörigen Höfe, dem von ihm im selben Jahr gegründete Kloster geschenkt. Auch zwei in Irpisdorf begüterte Ritter von Pforzen schenkten 1263 ihre Halbhöfe nach Irsee. 1551 wird von einem Irpisdorfer Ammann berichtet. Er war dem weltlichen Oberamtmann des Klosters für die Ausübung der Verwaltung und Gerichtsbarkeit unterstellt. Irpisdorf hatte derzeit also noch eine eigene Verwaltung, bevor es zu Ingenried kam.

In der Ortsmitte steht die gemauerte Kapelle St. Joachim, die anstatt einer früheren Holzkapelle 1704 ohne Erlaubnis des Abtes erbaut wurde. 1711 erhielten sie  die Erlaubnis, eine kleine Glocke aufzuhängen, um zum gemeinsamen Rosenkranzgebet rufen zu können. Bald stellte sich heraus, dass die Kapelle viel zu klein ausgefallen war. Ein größerer Neubau, so wie er noch heute steht, entstand im Jahr 1740, diesmal mit Genehmigung des Irseer Abt Bernhard und Zustimmung des Ordinariats Augsburg.  Nahe, südlich der Kapelle stand die Gemeindeschmiede,  wo nach Abbruch, einige Meter nach Süden versetzt, 1902 ein Molkereigebäude erbaut wurde. Die Milch ging an Rehle Kaufbeuren, ab 1928 an die Alpursa (Bärenmarke) Biessenhofen. Seit 1979 wird die Milch ab Hof abgeholt. 2005 wird die ehemalige „Käsküche“ in die Denkmalschutzliste aufgenommen.

Nach der bisherigen Einzelbrunnen-Wasserversorgung in Irpisdorf, wird 1899 eine zentrale Wasserreserve, Wasserleitungen durch den Weiler, mit 3 Hydranten für Löschwasser, erbaut, die noch heute der eigenen Wasserversorgung dient. Irpisdorf hat noch Einzelabwasserklärung, ist nicht an die Verbandskläranlage angeschlossen.

Die Feuerwehr Irpisdorf wurde 1946 mit einer Motorspritze ausgerüstet. 1951 wird an das Molkereigebäude zur Unterbringung aller Feuerlöschgeräte ein Schuppen angebaut.

Bei der Volkszählung 1975 hatte Irpisdorf 46 Einwohner und 13 Haushalte. 1986 wird die Verbindungsstraße Ingenried – Irpisdorf ausgebaut und asphaltiert.

Ein großer Sohn Irpisdorfes ist Erwin Altthaler, er wurde Priester, hatte 1960 seine Primiz in Ingenried. 1986 wurde er in der Benediktinerabtei Ottobeuren zum Abt Vitalis Altthaler geweiht.  

Werner Paschke, März 2010

Die Gründung des Weilers war im Jahre 1239. 1989 wurde das 750-jährige Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlass wurde über den Weiler Irpisdorf eine Kurzchronik geschrieben. Diese Kurzchronik können Sie hier als pdf-Dokument herunter laden.

Kurzchronik Irpisdorf